Die Sage vom "Heiligen Blutberg" spricht die Zeit des frühen Christentums in unseren Landen an.
Es geschah um das Jahr 437, dass die Hunnen, von ihrem König Attila geführt, in das Land am Rhein drangen. Da haben sie viel Raub und Pilgerung, auch manche Grausamkeit an den Bekennern des Christentums verübt. So wurden der Mainzer Bischof Aureus, seine Schwester, auch viele Prediger der Religion, von diesen Barbaren ermordet. Ein hartes Schicksal traf besonders die Gegend zwischen Jovisberg (Donnersberg) und dem Selzbach. Auf der Weinheimer Höhe wurden mehrere Apostel des christlichen Glaubens auf grausame Art hingerichtet. Dann zogen die Hunnen nach den westlichen Landen hin. Doch in der Folgezeit, und zwar im Jahre 746, ehrte der heilige Bonifatius Winfried, der rühmliche Apostel Deutschlands und der erste Erzbischof von Mainz, das Gedächtnis jener unglücklichen Märtyrer. Er ließ auf der Richtstätte eine Kapelle erbauen, die er "Zum Heiligen Blut" nannte. Aber auf sein Geheiß wurde auch der Ort mit edlen Reben bepflanzt. Dies geschah sowohl zur Erinnerung an das hier vergossene kostbare Blut, als auch, weil er fand, dass die Lage selbst für den Anbau des Weines vortrefflich sei.
Ein Gedicht von Konrad Nies, einem gebbürtiger Alzeyer, das diese Geschichte stimmungsvoll beschreibt, endet mit folgender Strophe:
Und wo dereinst geronnen Des Bornes rote Flut, da sammelt heute voll Wonnen Die Winzer in Butten und Tonnen der alten "Heiligen Blut".
Hier finden Sie das komplette Gedicht von Konrad Nies
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