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2003
Sage zum Heilig Blut
Sage zur Windburg
Erdgeschichte
Erste urkundliche Erwähnung
Weinheim im Mittelalter
Kirchengeschichte
Georg Neidlinger

Burg Winnenberg

Im 12. Jahrhundert wurde die Burg Winnenberg oder Wunnenberg auf dem Windberg, westlich von Weinheim - heute in unmittelbarer Nähe der Straße nach Offenheim - gebaut. Sie wurde von Rittern bewohnt, zu deren Haus recht bedeutende Männer gehörten. Der bekannteste dieser Herren war Marquard von Winnenberg, der im 13. Jahrhundert, also in der Zeit Friedrichs II. und Richards von Cornwall, mehr als dreißig Jahre lang zu Oppenheim Reichsschultheiß war. Aus dem gleichen Haus stammte im 14. Jahrhundert Philipp von Winnenberg, der zeitweise Schultheiß und Ratsherr zu Oppenheim und dann Stadthalter der Stadt Mainz im Rheingau war. Das Wappen der Herren von Winnenberg, ein roter Schild mit zwei weißen Doppelstreifen ist im Rosenfenster von Oppenheim zu sehen.
Im 15. Jahrhundert wurde die Burg zerstört. Widder berichtet 1787 noch von Trümmern "der Burg Windberg auf einer Anhöhe, welche neun Morgen, 29 Ruthen Land enthält, und jetzo der geistlichen Verwaltung zugehöret." Wie Hahn mitteilt, sind 1931 bei Rodungsarbeiten noch Lanzenspitzen und Schnallen gefunden worden und Richtscheid berichtet von einer "interessanten Steintreppe", die sich - wohl als einzigen Überrest der Burg - im alten Gerichtshaus in Weinheim befunden habe. Dieses Haus habe auf dem Gebiet von Wilhelm Meitzler in der Nähe des Pfarrhauses gestanden.
Heute gibt es von der Windburg keine erkennbaren Reste mehr.Der Zeitpunkt der Zerstörung der Burg ist unbekannt. Immerhin erhhält noch 1440 ein "N. N. von Winnenberg" ein Lehen in Schornsheim. So dürfte das Geschlecht von Winnenberg zu diesem Zeitpunkt noch nicht erloschen sein, auch im Mannestamm nicht, und der Zeitpunkt der Zerstörung der Burg liegt wohl erst nach 1440. Ein anderer Zweig der Familie, "von Dexheim genannt Albich", soll erst im 16. Jahrhundert erloschen sein. Im 18. Jahrhundert gehört das Burggebiet der geistlichen Verwaltung: vielleicht hat das Kloster Sion es an sich gebracht. Im 19. Jahrhundert konnte man noch Reste erkennen.
Nach Müller war Weinheim im frühen Mittelalter teils Besitz der Pfalzgrafen, teils der Leininger. Im 12. Jahrhundert war das Haus Bolanden / Falkenstein Lehnsherr und im 13. Jahrhundert auch Gerichtsherr über Weinheim. 1269 wurden die Grafen von Sponheim durch Heirat deren Nachfolger. Nach mehrfachem Wechsel im 14. und 15. Jahrhundert zwischen der Herrschaft der Sponheimer und der Pfalzgrafen wurde schließlich nach kriegerischen Auseinandersetzungen im Jahre 1489 Weinheim kurpfälzisch und blieb es über die Jahrhunderte bis in die Zeit der Französischen Revolution. 1816 fiel Rheinhessen und damit auch Weinheim zum Großherzogtum Hessen.
Jedoch gibt es auch noch eine Sage die um die Windburg und ihre Bewohner kreist.

St. Katharinen zu Oppenheim

Oppenheim wuchs aus bescheidenen Anfängen zur Reichsstadt (seit 1226) empor. Die erste, nicht ganz sichere Nachricht zur Baugeschichte bringt ein Ablaßbrief zu Gunsten der neuen Katharinenkapelle von 1234. Teile des Bauwerks wurden aus Weinheimer Sandstein hergestellt und mittels Pferdefuhrwerk nach Oppenheim gebracht. Die Kirchenpatronin ist die hl. Katharina von Alexandrien, als Martyerin 307 gestorben.

St. Katharinen zu Oppenheim

Die berühmte Oppenheimer Rose, nach dem Grundriß einer Heckenrose gestaltet, stammt aus dem Jahr 1332/33. Das Fenster ist in den Grundfarben der Gotik: gold, rot und blau zu 90 Prozent aus altem Glas übernommen, allerdings nur im Bereich der "Rose".
Es zeigt im wesentlichen die Wappen der Oppenheimer Herren, die im Jahre 1332/33 im Rat saßen. Im Vierpaß zeigte das Ursprüngliche Fenster das Johannes-Martyrium. Die Neuausführung von 1843/45 ist teilweise sehr fehlerhaft.

Oppenheimer Rose

Das Ritterwappen des Geschlechtes Winnenberg zeigte einen, ganz roten Schild, der von vier weißen Fäden, d.h. zwei Doppelfäden von rechts nach links durchgezogen war, wobei das Wappen Phillips des alten in der Mitte zwischen dem 2. und 3. Faden eine gelbe Rose zeigte, das Wappen Phillips des jungen einen gelben Ring und Gerhards I. Wappen kein Beizeichen.

Ritterwappen Winnenberg

Der Grabstein des Ritters Phillipus von Wunnberg. Rechteckige Platte aus hartem grauen Sandstein mit Umschrift zwischen Linien. Im Feld Flachrelief mit Ritter im Dreipaßbogen, Wappenschild, und Wappen in den oberen Zwickeln.

Datum: 28. Juni 1362
Wappen: Wunnenberg( seit Phillip d.Ä. gelbe Rose als Beizeichen)

Phillip d.Ä. war ein Nachfahre des bekannten Marquard von Wunnenberg, der sich als Reichsschultheis um die Aufnahme Oppenheims in den Rheinhessischen Städtebunds bemüht hatte. Phillip vermählte sich mit Magaretha, einer Tochter Wigands von Dienheim. 1330 war er als Schultheiß und Ratsherr in Oppenheim, 1334 bis ca. 1341 Vicedom im erzbischöflichen Rheingau. Im Testament der Beguine Clara von Bechtolsheim tritt Philipp als Schöffe auf. Zusammen mit seiner Ehefrau bedachte er das Koster Eberbach mit großzügigen Schenkungen.

Grabstein Phillipus von Wunnenberg

Grabstein der Elisabeth von Wunnenberg, der ersten Ehefrau des Ritters Johannes Kämmerer, gen. von Dalberg. Rechteckige Platte aus rotem Sandstein mit Umschrift zwischen Linien. Im Feld die betende Verstorbene im Dreipaßbogen, scheinbar auf einem Hund stehend, unter dem Kopf ein Kissen. In den oberen Zwickeln zwei Wappen.

Datum: 25. August 1397
Wappen: Dalberg, Wunnenberg

Elisabeth war die Tochter des Reichsschultheißen Philipp d.Ä., und der Magaretha von Dienheim. Ihre Kinder Johann und Greda starben bereits 1383. In der zweiten Ehe heiratete Johann Anna von Bickenbach. Die in Ihrer Flächtigkeit altertümlich wirkende Grabplatte setzt den Typus der elterlichen Grabsteine fort. Ursprünglich lagen alle drei nebeneinander.

Grabstein Elisabeth von Wunnenberg


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